Montag, 30. Mai 2016
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Der Tierschutzverein „Cocker und Setter in Not e.V.“ stellt sich vor

Kurzprofil

Der Verein Cocker und Setter in Not (kurz CoSeNot) e. V. kümmert sich um in Not geratene Cocker Spaniels und Setter. Wir suchen und vermitteln die Hunde gegen eine Schutzgebühr (aktuell 350,- €) in ein verantwortungs- und liebevolles Zuhause, in dem unsere Schützlinge dauerhaft in Geborgenheit und Sicherheit leben können. Für die Zeit in unserer Obhut geben wir die Hunde in erfahrene und verantwortungsbewusste Pflegestellen, die sich mit Sachverstand und Fürsorge um die Schützlinge kümmern und sie ein wenig auf ihre Zukunft vorbereiten. Wir präsentieren unsere Hunde ausschließlich auf unserer Internetseite (www.cosenot.de) in Form von Tagebüchern. In diesen beschreibt die Pflegestelle den Charakter und die Eigenschaften des jeweiligen Tieres und stellt überdies in regelmäßigen Zeitabständen aktuelle Fotos des Hundes ein.

Gründungsdaten, Gründungszweck, Aktive

CoSeNot e.V. wurde am 25.10.2007 von 10 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben. Satzungsmäßiger Vereinszweck ist kurz zusammengefasst die Rettung, Aufnahme, medizinische Versorgung, Pflege, Betreuung und Vermittlung von Cockern und Settern in Not.

Neben dem Vorstand sowie der Pflegestellenbetreuung zählen zu den Aktiven ca. 20 Pflegestellen, außerdem Patenbetreuer, Fahrer, Werbemittelfachleute, Vor- und Nachbesucher, diverse Ansprechpartner für Interessenten und Endstellen, sowie die Redaktion der Vereinszeitung.

Rassespezialisierung

Unsere Kernarbeit bezieht sich auf bestimmte Rassen. Das ermöglicht nicht nur den Liebhabern dieser Rassen, bei uns einen Wunschhund aus dem Tierschutz als Alternative zum Züchterhund zu finden, sondern gewährt den potenziellen Endstellen eine kompetente Beratung in Bezug auf die rassespezifischen Eigenschaften.

Auslandstierschutz

Die Not der Tiere macht vor Grenzen nicht halt. Die meisten der von uns aufgenommenen Hunde stammen aus dem europäischen Ausland, hauptsächlich aus Ungarn, Frankreich, Belgien und Spanien. Aber auch aus Deutschland werden es immer mehr Hunde, die bei uns im Tierschutz landen; meist sind dies Privatabgaben.

Die Elendsbilder aus südeuropäischen Perreras, den Auffanglagern für Hunde, in denen regelmäßig Hunde nach wenigen qualvollen Wochen getötet werden, falls sich nicht vorher ein Tierschützer ihrer erbarmt, haben traurige Berühmtheit erlangt. Nicht jeder weiß aber, dass auch in unseren westlichen Nachbarländern, z. B. in den französischen „Fourrières“ (Tierheimen) Hunde nach einer Frist von durchschnittlich zwei Wochen getötet werden.

Hin und wieder werden wir mit der Frage konfrontiert, warum trotz übervoller deutscher Tierheime auch noch ausländische Hunde mit großem organisatorischem Aufwand ins Land geholt werden, während doch so viele deutsche Hunde auf ein liebevolles Zuhause warten. Der Gedanke, dass für jeden Auslandshund ein Inlandshund im Tierheim verbleibt, ist allerdings kurzsichtig. Dagegen spricht schon die Realität deutscher Tierheime. Ganz davon abgesehen, dass die Situation dort in aller Regel geradezu paradiesisch ist im Vergleich zu den Tötungsstationen im Ausland, findet sich in unseren Tierheimen eine Vielzahl an schwer vermittelbaren Hunden. Häufig handelt es sich dabei um große oder durch Krankheit gezeichnete oder alte Hunde bzw. die traurigen Produkte menschlicher Qualerziehungen mit Verhaltensproblemen oder eben auch Vertreter bestimmter Rassen, die das Opfer einer tierfeindlichen Gesetzgebung sind.

Wir haben uns auf die beiden genannten Rassen spezialisiert, weil wir denken, dass einer Familie, deren Cocker oder Setter vielleicht verstorben ist, keine echte Alternative geboten würde, würde man sie drängen, einen Schäferhund aufzunehmen, weil dieser aus Deutschland kommt. Damit soll auf keinen Fall eine Abwertung dieser Hunde verbunden sein. Aber Menschen müssen die Wahl haben, ihre eigene Entscheidung nach ihrer eigenen, konkreten Situation zu treffen, und wer sich einen bestimmten Hund als Begleiter wünscht, muss nicht zum Züchter gehen, sondern kann bei uns vielleicht „seine“ Fellnase finden.

Tochterprojekte

Über das Tochterprojekt www.cocker-tierschutz.de bietet CoSeNot die größte Internetplattform zur Vorstellung von Cocker Spaniels. Hier kann jede Orga, jeder Verein und jede Privatperson Vertreter der Rasse oder deren Mischlinge, die ein neues Zuhause suchen, der Öffentlichkeit vorstellen. Interessenten haben so die Möglichkeit, unter der Vielzahl der Hunde ihren neuen Hund auszuwählen und müssen nicht mühevoll im Internet bei jedem einzelnen Verein nach dieser Rasse suchen.

Vereinsentwicklung

Bis 31.05.2015 hat CoSeNot rund 1300 Hunde aufgenommen und überwiegend vermittelt. Daneben bietet der Verein aktuell rund 20 Gnadenplätze für Hunde, die alters- oder krankheitsbedingt nicht mehr für eine Vermittlung in Frage kommen. 

Dem Verein gehören aktuell rund 150 Mitglieder an. Eine Besonderheit dürfte dabei sein, dass die überwiegende Anzahl der Mitglieder aktiv und mit vollem Mitspracherecht ausgestattet ist.

Vereinsarbeit

Die Einreise der Tiere erfolgt nach den gesetzlichen Bestimmung. Die Tiere reisen geimpft, gechipt und mit einem EU-Heimtierausweis versehen ein. Die Auswahl der Tiere wird von unserer ersten Vorsitzenden Melanie Wege, die seit rund 16 Jahren aktiv im Tierschutz tätig ist und ihr ganzes Leben auf die Hunde in Not ausgerichtet hat, in Zusammenarbeit mit Organisationen vor Ort vorgenommen. Bei Frau Wege befindet sich auch der Gnadenhof.

CoSeNot stellt die tierärztliche Versorgung sicher – angefangen von den Impfungen bis hin zu notwendigen Operationen. Zur Nachbetreuung nehmen wir dabei auch die Hilfe von Physiotherapeuten in Anspruch. Hier kam bereits in mehreren Fällen Hydrotherapie mittels eines Unterwasserlaufbands zum Einsatz.

Wir betreiben kein Tierheim, sondern betreuen die Hunde bundesweit in ca. 20 Pflegestellen, wo sie mit Liebe und Geduld auf ihr neues Leben in einer Familie vorbereitet werden. Überwiegend handelt es sich nicht um Straßenhunde, sondern um Hunde, die auch im Ausland in einer Familie gelebt hatten, bis sie dort nicht mehr erwünscht waren – gleich aus welchen Gründen. Die Hunde lassen sich in den Familien der Pflegestellen in aller Regel sehr gut integrieren. Wo das nicht der Fall ist oder die Pflegestelle mit Verhaltensauffälligkeiten konfrontiert wird, arbeiten wir mit Hundetrainern zusammen.

Das richtige Zuhause wird mittels Vorbesuchen, Beratung und gegen Schutzgebühr ausgesucht. Einige Monate nach dem Umzug des Hundes in seine neue Familie wird ein Nachbesuch durchgeführt. Die meisten Interessenten finden über unsere Vereinshompepage zu uns. Wir haben unsere Hunde aber auch schon in Fachzeitschriften wie z. B. „Der Hund“ und „Wuff“ vorgestellt. Darüber hinaus sind Aushänge im Verteiler sowie Flyer und Plakate. Eine besonders gute Erfolgsbilanz hatten wir im Nachgang zur Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ im Westdeutschen Rundfunk im März 2010 und Oktober 2010, in der sich der Verein zum ersten Mal dem Fernsehpublikum präsentierte und in der jeweils vier Hunde im Studio vorgestellt wurden (März 2010: 14 vermittelte Hunde; Oktober 2010: 23 vermittelte Hunde). Der dritte CoSeNot-Auftritt in „Tiere suchen ein Zuhause“ war am 10. April 2011.

Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt eindeutig in Nordrhein-Westfalen. Wir haben aber auch Mitglieder in der Schweiz, in den Niederlanden und in Luxemburg. Wegen der räumlichen Trennung ist es uns für einen besseren Austausch von Mensch zu Mensch wichtig, uns regelmäßig zu sehen. Das geschieht in Form von Regionaltreffen und großen Jahrestreffen.

Pensionsunterbringung

Hunde, die aus dem Ausland zu uns kommen und für die nicht sofort eine Pflegestelle frei ist, werden vorübergehend in einer Tierpension untergebracht, wo sie so lange bleiben, bis sie auf eine frei gewordene Pflegestelle nachrücken können.

Zukunftsprojekt CoSeNot-Gnadenhof

Seit Ende 2010 befindet sich in der Nähe von Hannover ein CoSeNot-Gnadenhof, indem auch ein CoSeNot-Büro beheimatet ist (www.cocker-gnadenhof.de). Der Hof wird von unserer ersten Vorsitzenden Melanie Wege und ihrem Mann geleitet und betrieben; der Umbau wird von beiden auf eigene Kosten und mit Hilfe von Spenden vorgenommen.

Der Gnadenhof bietet ca. 20 älteren, kranken und nicht mehr vermittelbaren Hündinnen ein Heim für die letzten Lebensjahre. Da die meisten von ihnen von Züchtern aussortierte Zuchthündinnen sein werden, können leider keine Rüden auf diesem Gnadenhof aufgenommen werden.

Die Hunde sollen nicht in Boxen oder Zwingern gehalten werden, sondern werden Familienanschluss zu Frau Wege und ihrem Mann haben, d. h. sie haben Zutritt zu den privaten Wohnräumen und können auch Schlafplätze nah am CoSeNot-Büro und der Besucherecke beziehen. Bei entsprechendem Wetter können sie auch in den eingezäunten Außenbereich mit Miniwald (5.000 m2) hinaus.

Für Hunde mit ansteckenden Krankheiten wird es einen Quarantäneraum und einen eigenen Auslauf geben. Trächtige Hündinnen können in einem Welpenzimmer mit Wurfboxen, Rotlichtlampen und weiterer Ausstattung für die Welpenaufzucht untergebracht werden.

In einem Teil des Hofs befindet sich ein alter Stallbereich mit ehemaligen Schweineboxen, der nicht für die Gnadenhunde vorgesehen ist, aber im Falle von Unterbringungsengpässen, z. B. nach einem Ungarntransport oder einer Zuchtauflösung, kurzfristig genutzt werden kann.

Grundsätzlich ist natürlich auch eine Vermittlung der Gnadenhunde in liebevolle Familien möglich.

Stand: Mai 2015